Das Projekt des Fachbereichs Ingenieur- wissenschaften und Mathematik an der Fachhochschule Bielefeld
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Brücken
  • BR1 Pontonbrücke

    Die Ufergestaltung in Leonardos Skizze lässt die Vermutung zu, dass es sich hier um eine Brücke zur Querung eines Kanals handelt. Der Drehpunkt der Brücke ist so angeordnet, dass sie – einmal aus der Ruhelage in den Kanal geschwenkt – durch die Kanalströmung in Position getrieben wird. Mit dem Spill kann die Schwenkgeschwindigkeit gesteuert werden und die Brücke wieder in ihre Ruhelage gezogen werden.

  • BR2 Fachwerkbrücke

    Damals sicherlich eine futuristische Brücke: Eine Flussquerung in zwei Ebenen – für Fuhrwerke und Fußgänger getrennt, um mehr Ordnung und Sicherheit in den Verkehr zu bringen. Die Fachwerkbrücke basiert auf dem Prinzip von Zug- und Druckkräften in den Stäben und ist somit auch über weite Strecken sehr stabil. Straßen in zwei Ebenen hat Leonardo auch in seinem Konzept einer neuen Stadt skizziert.

  • BR3 Seilbrücke

    Relativ schnell und leicht gebaut bekommt diese Brücke ihre Stabilität durch die Spannung der Seile, die – geführt über Rollen – mit einer Winde nachgespannt werden können. Diese Seile geben den Querträgern den Halt. So ist es möglich, dass die Brücke auch unter starken Belastungen stabil bleibt. Außerdem können Längenänderungen der Seile, z. B. durch Temperaturunterschiede und Feuchtigkeit, mit der variablen Spannung ausgeglichen werden.

  • BR4 Fliegende Brücke

    Unklar sind der Einsatz und die Bedeutung dieser Brücke. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um eine Hilfskonstruktion handeln könnte, die für das Aufrichten der militärischen Schnellbaubrücke über z. B. Flüsse gebraucht wird, wie es in dem Modell auch angedeutet ist. Sie wird aus Ästen und Baumstämmen gefertigt, welche in der Regel nur mit Seilen und Riemen verbunden sind. Somit ist sie nicht sehr stabil und kann lediglich einzelne Brückenarbeiter und Baumaterial tragen. Um den Vortriebbau für die Arbeiter zu erleichtern, ist am Ende ein von Leonardo entworfener Wagenheber angebracht.

  • BR5 Schwenkbrücke

    Dieser Entwurf einer Schwenkbrücke wurde nie realisiert. Es blieb bei der Skizze. Dennoch besticht
    diese komplizierteste Brücke Leonardos durch ihre Statik und Funktion. Ähnliche Brücken findet man noch heute in flämischen Poldergebieten. Sie hat eine Länge von 37,5 m und ist 9,3 m hoch. Die Brücke kann mittels zweier Seilwinden am Ufer ein- und ausgeschwenkt werden. Da die Schwenkbrücke nur an einer zentralen Drehachse gelagert ist, wird sie von einem mit Steinen befüllten Kontergewicht austariert, um die Brücke in Waage zu halten.

  • BR6 Bosporusbrücke

    Mit einer Gesamtlänge von etwa 350 m ist diese Brücke, die den Bosporus bei Istanbul queren sollte, eine statische Kostbarkeit. Trotz der eleganten Linienführung geht Leonardos Planung von einer Steinkonstruktion aus. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie durch drei Bögen getragen werden sollte, die sich gegenseitig gestützt hätten. So wäre also keinerlei weitere Unterkonstruktion erforderlich gewesen. Heute haben Bauingenieure mit aufwendigen Berechnungsmethoden nachgewiesen, dass sie gehalten hätte. Nur die Logistik wäre ein Problem geworden: Woher hätten die riesigen Steinmassen kommen können und wie sollten sie an die Baustelle transportiert werden? Maßstab etwa 1 : 80.