Das Projekt des Fachbereichs Ingenieur- wissenschaften und Mathematik an der Fachhochschule Bielefeld
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Kriegstechnik
  • KT1 Bootsrumpf

    Leonardo entwickelt im Zuge seiner Studien zur maritimen Kriegsführung Bohrmaschinen, mit denen Taucher im feindlichen Hafen die Schiffe vor dem Auslaufen zu einem Angriff beschädigen und eventuell versenken sollen. Als Schutz vor solchen Waffen auf dem eigenen Boot entwickelt er unter anderem eine Schutzabdeckung gegen Brandpfeile und Geschosse sowie auch dieses Boot mit einem doppelten Rumpf. Heutzutage findet diese Technik Anwendung bei Tankern zum Schutz der Meere vor auslaufendem Erdöl. Wie der Untergang des Eismeerschiffes Explorer im Jahr 2007 beweist, stellt aber auch der Doppelrumpf keine hundertprozentige Sicherheit gegen Versenken dar.

  • KT2 Steinschleuder

    Leonardos erste Annährung an die Kriegstechnik besteht wohl in der Optimierung und Verbesserung bereits bekannter Kriegsgeräte wie dieser Steinschleuder. Seine intensive Beschäftigung mit dieser ›veralteten‹ Waffengattung hat auch damit zu tun, dass die Feuerwaffen erst in der Entwicklung stehen und noch nicht die gewünschte Zuverlässigkeit bieten. Einige der Neuerungen weisen darauf hin, dass eine verbesserte Steinschleuder eine höhere Effektivität erzielt, als Feuergeschosse. Die Schleuderenergie wird mit Hilfe eines Seiles in einer riesigen Feder gespeichert. Die gespannte Welle wird durch die Sperrklinke blockiert und schlagartig freigegeben.

  • KT3 Sturmleiter

    Die Sturmleiter, die Leonardo um 1505 konstruiert, dient der Erstürmung von Burgen. Die Leiter ist fest mit einem Zahnrad verbunden. Dieses greift mit seinen Zähnen in eine Schnecke, die mit einer Kurbel gedreht wird. So kann man die Leiter variabel in der Höhe verstellen. Mit Hilfe von Pferden wird sie zur Burgmauer gezogen.

  • KT4 Sturmleiterabwehr

    Die Vorrichtung zur Abwehr der Feindesleitern ist eine von Leonardos Kriegserfindungen. Sie soll das Entern von Burgmauern verhindern. Die Sturmleiter, die an die Mauer angelehnt ist, wird mit dieser Vorrichtung einfach gekippt. Auf Zuruf der Wächter auf den Zinnen wird das System mit Hilfe der Kurbel in Bewegung gesetzt.

  • KT5 Taucher/Wasserläufer/Schwimmer

    An Leonardos skizzierter Tauchmaske befindet sich ein an der Brust befestigter aufblasbarer Luftsack, der den Aufstieg aus der Tiefe erleichtert. Der Korkschwimmer als Atemgerät verbindet mit Schläuchen die Kapuze des Tauchers mit einer auf der Wasseroberfläche schwimmenden Kuppel und regelt die Luftzufuhr. Leonardo skizziert auch einen Menschen, der mit hölzernen Schwimmschuhen und -stöcken über das Wasser dahingleitet. Er denkt an militärischen Einsatz: Nächtlich heimlich und unbemerkt in den feindlichen Hafen eindringen und Schiffe sabotieren.

  • KT6 Belagerungsbrücke

    Durch die dachähnliche Brücke, geschützt vor feindlichen Pfeilen und Geschossen, sollen die Angreifer an und in die Burg gelangen. Dazu wird das Gerät von einem Ochsen (im Fahrzeug) gezogen – sechs Räder geben dazu ausreichende Stabilität. Im Schutz der Panzerung kann dann die Brücke auf die feindliche Mauer gesenkt werden.

  • KT7 Panzer

    »Desgleichen will ich verdeckte, sichere und unangreifbare Wagen machen: wenn sie in den Feind mit den Artillerien hineinfahren, wird jede noch so große Zahl von Bewaffneten zersprengt; und hinter ihnen kann die Infanterie unverletzt und ohne jede Behinderung «. Aus Leonardos Bewerbungsschreiben an Ludovico Sforza. Leonardo darf diesen Panzer nicht bauen, weil seine Zeitgenossen (die höfischen Berater), wie bei vielen anderen Entwicklungen, die Bedeutung und Realisierbarkeit nicht erkennen.

  • KT8 Orgelgeschütz

    Um die Feuerkraft herkömmlicher Waffen zu erhöhen, entwickelt Leonardo viele pfiffige Ideen, wie z. B. die Cluster-Bombe, die sich beim Feind in zahlreiche kleine Splitter-Bomben zerlegt, eine Dampf-kanone und dieses Orgelgeschütz, das man heute als Stalinorgel bezeichnen würde. Es gab Untersuchungen über die Reichweite von Geschützen und erste Andeutungen einer nichtlinearen Flugbahn (modern: Flugparabel).

  • KT9 Sichelwagen

    Unter Verwendung von Getrieben, Federn und neuen Energien forciert Leonardo die Mechanisierung und Automatisierung in der Waffentechnik: z. B. Orgelgeschütz, Panzer oder Vierfach-Pfeilschuss-gerät. Dieser martialische, von Rössern angetriebene Sichelwagen lässt in seiner blutrünstigen Darstellung verständlicherweise Zweifel an Leonardos humanistischer Einstellung aufkommen.

  • KT10 Drillingskanone

    Anders als bei dem Orgelgeschütz KT8, bei dem die Kanonenrohre einen breiten Winkel überstreichen (denkbar für den Feldeinsatz), verlaufen hier die Rohre parallel, als ob die Salven Befestigungen zerstören sollen. Mit wenigen Handgriffen kann die vorgeladene nächste Reihe in Position gebracht werden, so dass drei kräftige Salven kurz hintereinander gefeuert werden können.

  • KT11 Kanonenboot

    Der Schiffsführer kann mit Hilfe des Drehkranzes die Kanone schwenken und mit der Spindel die Feuerweite einstellen. Ziel: feindliche Schiffe in Brand setzen, aber auch vergiftete Geschosse abfeuern, empfiehlt Leonardo. Die Feuerkraft erzeugt beim Feind sicherlich Verwirrung, treibt aber gleichzeitig das kleine Boot an, das bei geschwenkter Kanone kentergefährdet scheint.

  • KT12 Sichelboot

    Statt des üblichen Wurfankers schlägt Leonardo hier eine krallenähnliche Sichel mit Hilfe der Scherenhebel in das feindliche Boot. Die Effektivität wird noch durch den Drehteller erhöht. Die Rudermannschaft ist gleichzeitig die Entermannschaft. Sie sitzt unter Schutzdächern, die mit frischen Tierhäuten gegen feindliche Brandfeile geschützt sind.