Das Projekt des Fachbereichs Ingenieur- wissenschaften und Mathematik an der Fachhochschule Bielefeld
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Leonardo am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik

Seit dem Wintersemester 2004/2005 besteht im Studiengang Mechatronik am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an der Fachhochschule Bielefeld das Projekt »Leonardo«. Eine Besonderheit ist dabei die für Ingenieurstudiengänge ungewöhnliche Verknüpfung von Kunst, Historie und Technik. Zu Leonardo da Vincis Zeiten gab es diese intensive Verknüpfung von Kunst und Technik – sie kommt in der Berufsbezeichnung des »Künstler-Ingenieurs« zum Ausdruck – und wird in diesem Projekt wieder zum Leben erweckt.

In der Auseinandersetzung mit Leonardos Kreativität und Phantasie, seinen Schriften und insbesondere seinen Maximen (z.B. »Mutig Grenzen überschreiten!« oder »Einen langen Atem haben«) – die heute mehr denn je von Bedeutung sind – nähern sie sich Leonardo an: Sie adaptieren fast unbewusst seine Methoden und kreieren mit viel Enthusiasmus, Begeisterung und oft unermesslichem Einsatz die Umsetzung von Leonardos Ideenskizzen. Es entstehen funktionelle Modelle. Dabei dürfen sie alle geistigen Freiräume zu »Höhenflügen« nutzen, sich also schrankenloser Ideenfindung hingeben – und natürlich werden alle modernen technischen Erkenntnisse und Methoden wie z.B. CAD (Computer Aided Design) und Rechnersimulation mit eingebunden.

Das Projekt ist aus dem Blickwinkel der Lehr- und Bildungsaufgabe des Fachbereiches Ingenieurwissenschaften und Mathematik eine ideale Kombination von Wissenschaft, Kunst- und Kulturauseinandersetzung, Kreativitäts- und Phantasie-Prägung, Technik-Schulung und -Umsetzung sowie Praxis-Realisierung.

Vor allem die Anforderung, die Modelle funktionsfähig und betriebssicher zu entwickeln und zu fertigen trägt einen großen Teil dazu bei, dass sich die Studierenden intensiv mit der Praxistauglichkeit auseinandersetzen. So sind inzwischen 100 technisch spannende Modelle entstanden, die für einen langen, aktiven Einsatz bei Ausstellungen gerüstet sind.

»Ingenieure zu entlassen, die offen sind für Visionen und gewillt sind die Zukunft zu gestalten«, das ist das Ziel, so Projektleiter Prof. Dr. Horst Langer, der das Projekt seit zehn Jahren leitet.